Die Wahl zwischen unterirdischer und oberirdischer Zisterne hängt von Platzverhältnissen, Klimabedingungen und dem geplanten Verwendungszweck ab. Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile, die vor dem Einbau sorgfältig abgewogen werden sollten.
Unterirdische Zisterne
Unterirdische Tanks aus Beton, Polyethylen (PE) oder Glasfaserkunststoff (GFK) sind die am weitesten verbreitete Form für größere Regenwassernutzungsanlagen. Vorteile:
- Schutz vor Frost — das Wasser gefriert bei normalen Einbautiefen nicht
- Gleichmäßige Wassertemperatur — weniger Algenbildung
- Kein Platzbedarf oberirdisch — Gartenfläche bleibt nutzbar
- Größere Volumina möglich (5.000–25.000 Liter und mehr)
Nachteile: Einbau erfordert Erdarbeiten und einen Zugangsschacht. Der Aushub muss fachgerecht erfolgen; bei hohem Grundwasserstand kann der Tank aufschwimmen (Auftrieb), wenn er leer ist.
Mindesteinbautiefe
In Deutschland sollte der Deckel einer unterirdischen Zisterne mindestens 60–80 cm unter der Geländeoberfläche liegen, um Frostschäden zu vermeiden. In Norddeutschland empfehlen sich größere Tiefen. Genaue Frosteindringtiefen für den eigenen Standort gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) an.
Oberirdische Zisterne (Regentank)
Oberirdische Tanks eignen sich vor allem für die Gartenbewässerung. Sie sind günstiger in der Anschaffung und einfacher zu installieren, haben aber Einschränkungen:
- Bei Frost müssen sie entleert oder in einen frostsicheren Raum gebracht werden
- Direktes Sonnenlicht fördert Algenwachstum — dunkle oder opake Behälter bevorzugen
- Begrenzte Volumina (meist bis 2.000 Liter)
- Gravitations-Druckhöhe begrenzt: Tank muss höher als Entnahmestelle stehen
Anschlüsse und Zubehör
Für eine funktionsfähige Zisternenanlage werden folgende Komponenten benötigt:
| Komponente | Funktion |
|---|---|
| Fallrohrfilter | Grobe Partikel (Laub, Sand) aus dem Zulauf entfernen |
| Beruhigungszulauf | Sediment im Tank nicht aufwirbeln |
| Schwimmfilter/Schöpfer | Wasser von der klarsten Zone entnehmen |
| Überlauf | Abführen von überschüssigem Wasser in die Kanalisation oder Versickerung |
| Pumpe | Druckerhöhung für Toilette, Waschmaschine oder Gartenbewässerung |
| Druckschalter/Steuerung | Automatisches Nachspeisen aus dem Trinkwassernetz bei Leere |
Wichtiger Hinweis zur Trennung von Trinkwasser
Regenwasser darf in Deutschland nicht direkt mit dem Trinkwassernetz verbunden werden. Das Nachspeisesystem muss einen freien Auslauf (Rohrbelüfter) haben, der das Rückfließen von Regenwasser in das Trinkwassernetz verhindert. Diese Anforderung ergibt sich aus der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und der DIN EN 1717.