Die Dimensionierung einer Regenwasserzisterne hängt von drei Hauptfaktoren ab: der nutzbaren Dachfläche, dem Jahresniederschlag am Standort und dem geplanten jährlichen Wasserverbrauch. Eine zu kleine Zisterne läuft schnell über, eine zu große steht lange leer — beides mindert die Effizienz.

Die Berechnungsformel

Die grundlegende Formel für das nutzbare jährliche Regenwasservolumen lautet:

Berechnung: Jährliches Sammelvolumen

V = A × N × e × f

Abflussbeiwerte nach Dachtyp

DachtypAbflussbeiwert (e)
Ziegeldach (glatt)0,80
Metalldach0,85–0,90
Flachdach (Kies)0,60
Gründach (extensiv)0,30–0,50
Schiefer / Eternit0,80

Jahresniederschlag in Deutschland: Richtwerte

Der Jahresniederschlag variiert in Deutschland erheblich. Folgende Orientierungswerte sind gebräuchlich:

Genaue Niederschlagsdaten für den eigenen Standort liefert der Deutsche Wetterdienst (DWD) unter dwd.de.

Beispielrechnung

Einfamilienhaus in Hessen

Annahmen: Dachfläche 120 m², Jahresniederschlag 650 mm (0,65 m), Ziegeldach (e = 0,80), Filter (f = 0,90)

V = 120 × 0,65 × 0,80 × 0,90 = 56,16 m³/Jahr ≈ 56.000 Liter/Jahr

Für Gartenbewässerung und Toilettenspülung eines 3-Personen-Haushalts (ca. 30–40 m³/Jahr) wäre eine Zisterne mit 3.000–5.000 Liter ausreichend, da sie nicht das gesamte Jahresvolumen speichern muss, sondern nur Puffer für Trockenperioden bietet.

Zisternengröße: Faustregeln

NutzungszweckEmpfohlene Mindestgröße
Gartenbewässerung (klein)1.500–3.000 Liter
Gartenbewässerung (groß)3.000–7.500 Liter
Toilettenspülung + Garten5.000–10.000 Liter
Vollversorgung Waschmaschine + Toilette + Garten10.000–15.000 Liter

Weiterführende Quellen

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